Schulvereinbarung Ev. Schule Berlin Zentrum

Die Evangelische Schule Berlin Zentrum (ESBZ) ist eine Gemeinschaftsschule und hat seit ihrer Gründung im Jahr 2007 ein starkes Leitbild. Wir kooperieren mit der Ev. Schule Berlin Mitte (Grundschule).

Auch nach 10 Jahren brauchen wir ein gemeinsam getragenes Bildungsverständnis, um die kleinen und großen Entwicklungsfelder weiterhin mutig, pädagogisch reflektiert und innovativ voranbringen zu können. Unser Leitbild und unser Schulprogramm müssen natürlich auch von Ihnen als Eltern verstanden, befürwortet und mitgetragen werden. Zu unseren Eckpfeilern gehören:

  • Der Umgang mit Diversität – eine der Kernkompetenzen im 21. Jahrhundert –  und Freundschaft mit dem Fremden wird dann gelernt, wenn Unterschiedlichkeit erlebt werden kann. Die Gemeinschaftsschule ist die Schule für das Lernen des Zusammenlebens in der Einen Welt. Sie zeichnet aus, dass Inklusion als Bildungsauftrag wahrgenommen wird. Lernen in heterogenen Gruppen – voneinander und miteinander Lernen -  ist eine der vier Säulen unserer Schule.
  • Unsere Vision ist es, die Schülerinnen und Schüler zu mündigen, zukunftsfähigen und verantwortlichen Welt-Bürger*innen im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung zu befähigen. Diese starke Vision greift unser Schulprogramm durch das von der UNESCO geforderte 4-Säulen-Modell[1] auf (Lernen Wissen zu erwerben, Lernen verantwortungsvoll zu handeln, Lernen zusammenzuleben, Lernen zu sein) und spiegelt sich in unseren Lernformaten wider:

In der Sekundarstufe I: Projektunterricht, Projekt Verantwortung, Herausforderungen, in der Sekundarstufe II fortgesetzt durch Alle ins Ausland, Pulsare und Lernexpeditionen sowie die Versammlungen und Klassenräte. Darüber hinaus gehören zu unserem Schulprogramm das Einladen von Menschen mit Botschaft und vielfältigen Expert*innen als Mutmacher*innen.

  • Lernen kann nicht gelehrt werden und Verstehen nicht vermittelt werden, Lernen gelingt durch die Auseinandersetzung mit würdevollen, relevanten Aufgaben und muss eingeleitet werden.

Unser Lernprinzip basiert nicht auf „Beschulung“ und Frontalunterricht, sondern auf Lernen in Zusammenhängen und an gesellschaftlich relevanten Problemstellungen. Wir schaffen vielfältige lernförderliche Angebote, die sowohl Lernen im eigenen Tempo, kooperatives und insbesondere fächerverbindendes Lernen ermöglichen.

  • Als evangelische Schule haben wir vielfältige Angebote für religiöses Lernen; Religionsunterricht, Andachten und Gottesdienste sind verbindlich und auf unsere Schüler*innenschaft abgestimmt.
  • Wir fördern und unterstützen die Kinder und Jugendlichen, wo sie sich in ihrer Entwicklung befinden. Wir akzeptieren Entwicklungsunterschiede und haben Zutrauen in die jetzigen und sich noch entwickelnden Fähigkeiten der jungen Menschen mit gleichzeitigem Leistungsanspruch an die einzelne Schülerin/ den einzelnen Schüler.
  • Wir geben den Jugendlichen aussagekräftige Leistungsrückmeldungen, die Reduzierung der Jugendlichen auf reine Ziffernoten widerspricht unserem pädagogische Ansatz, allerdings müssen wir aus schulrechtlichen Gründen aktuell ab Jg. 9 noch Noten geben.
  • Unsere Schulkultur zeichnet sich durch einen wertschätzenden Umgang und das Sichtbarmachen von besonderem Engagement aus, zum Beispiel im Rahmen der Auszeichnungsfeier.
  • Lernen verantwortungsvoll zu handeln ist eine weitere zentrale Säule unserer Schule.

Sie als Eltern sind wichtiger Bestandteil der Schulgemeinschaft.

Mitgestaltung

  • Sie identifizieren sich mit unserem Leitbild,
  • Sie bringen sich in vielfältiger Weise Ihren Interessen entsprechend in das schulische Leben ein (z.B. Mitgestalten von Festen, mit Ihrer Expertise in einem unserer Unterrichtsformate, Gremienarbeit, Bauwochenenden, Mitgliedschaft im Förderverein, Mitarbeit in Arbeitsgemeinschaften).
  • Sie helfen mit, Benachteiligung aufgrund von Herkunft, Religion, sexueller Identität und finanziellem Hintergrund im Schulalltag zu verhindern.
  • Sie nehmen Informationsangebote der Schule wahr bzw. tragen zu einem positiven Informationsfluss bei.

Strukturelle Unterstützung

  • Sie unterstützen uns, indem Sie unseren administrativen Aufwand so gering wie möglich halten und wir möglichst viel Zeit für die pädagogische Arbeit haben. Das bedeutet, u.a. dass ausgeteilte Unterlagen termingerecht zurückgegeben werden, das jährlich anfallende Lernmittelgeld (einmal jährlich 100 Euro) pünktlich einbezahlt bzw. rechtzeitig der Antrag auf Befreiung gestellt wird, Entschuldigungen telefonisch und schriftlich laut Gemeinschaftsschulordnung erfolgen.
  • Sie tragen das Ganztageskonzept der ESBZ in der Mittelstufe mit und verpflichten sich, den Essenvertrag mit dem Caterer der Schule bis einschließlich Jahrgang 10 abzuschließen.

Begleitung

  • Sie helfen mit, Ihrem Kind eine positive Grundstimmung zur Schule und zum Lernen zu vermitteln und gehen mit Misserfolgen verständnisvoll um. Wir ermöglichen gemeinsam Erfolge mit Anspruch und versuchen unnötigen Druck zu vermeiden.
  • Sie nehmen an Elternabenden bzw. an den halbjährlichen Bilanz- und Zielgesprächen teil und
  • führen in der Mittelstufe einmal in der Woche ein „Schulgespräch“ mit Ihrem Kind und nehmen das Logbuch zur Kenntnis.

[1] Delores, Lernfähigkeit unser verborgener Reichtum, 1997, UNESCO-Bericht zur Bildung für das 21. Jahrhundert, S. 81ff.