Entrepreneurship macht Schule

Die Innodate-Akademie für Entrepreneurship unterrichtet seit Januar 2013 Schüler der 11. Klasse in Unternehmensgründung

Am Anfang steht ein etwas sperriges Wort: Entrepreneurship.
Es hat etwas mit Unternehmer-Sein zu tun, doch nicht so sehr auf die übliche Art des Unternehmertums, wie es durch konventionelles betriebswirtschaftliches Denken und Managementlehren vorgegeben ist.

Entrepreneure sind meist eigensinnige und kreative Köpfe, die ihren eigenen Weg durchs Leben gehen wollen, sich weniger als Angestellte sehen, sondern vielmehr „ihr Ding“ machen und die Welt hin zum Positiven verändern wollen.

Einer hat Entrepreneurship in Deutschland sehr bekannt gemacht. Das ist Günter Faltin, Professor an der Freien Universität Berlin. Mit seinem Buch „Kopf schlägt Kapital“ erreicht er viele Menschen, die auf der Suche nach geeigneten Ideen für eine Unternehmens-gründung im neuen Stil sind.

Schüler wurden bisher nur wenig mit dem Thema konfrontiert, obwohl es eigentlich keine Altersgrenze nach unten gibt.
In den USA gibt es 12-jährige Unternehmer und der Ikea-Gründer Ingvar Kamprad war auch erst 16 Jahre alt, als er begann, seine Waren und Produkte per Post zu versenden.

Die Berliner Innodate-Akademie für Entrepreneurship - das sind drei Unternehmer aus der Praxis:
Dipl. Ing. Carsten Hokema, Architekt, seit 2009 selbständiger Unternehmensberater und seit 2012 Entrepreneurship-Berater bei Prof. Faltin 
Dipl. Verw.-Wiss. Andreas Fiedler, ehem. Betreiber einer Jobagentur, seit 2010 selbständiger Strategieberater (IHK) und Gründercoach im Berliner Gründercafé
Maria Tarnogrocki, Master in Creativity and Innovation am Edward de Bono Institute, Bachelor (Ing.) in Business Management und Entrepreneurin

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Menschen, die etwas verändern und erreichen wollen, die Möglichkeiten des Entrepreneurship nahezubringen.

Nach einem Impulsgespräch mit Margret Rasfeld auf dem vergangenen Entrepreneurship-Summit im Oktober 2012, wurde gemeinsam mit der Oberstufenleiterin Barbara Stockmeier ein erstes Pilotprojekt für Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse für das Sommerhalbjahr 2013 gestartet. 

Jeden Montag von 10.30 Uhr bis 12:45 Uhr stellen sich nun die ersten 20 Teilnehmer die Frage, wie sie selbst eine kreative Gründungsidee für ein Unternehmen entwickeln und sich damit eine weitere berufliche Option erschaffen können.

Zunächst geht es für die Schüler darum, sich den eigenen Werten und Motiven anzunähern. Was ist mir wichtig im Leben, worauf lege ich Wert und was möchte ich gerne beitragen in der Welt? Anhand von Fragebögen, einer Werteskala und der Limbic Map werden so die ersten Grundlagen für die Einschätzung der eigenen Unternehmer-Persönlichkeit gelegt.

Darauf aufbauend werden Ideen gesammelt und in mehreren Schritten auf Umsetzbarkeit hin getestet und bewertet. Im Fokus dabei stehen die persönlichen Wünsche und Erfahrungen der Schüler: Was wollen sie besser oder anders machen, welche Art von innovativen Produkten oder Dienstleistungen können entwickelt werden.
Am Ende des mehrtägigen Ideenfindungs- und selektionsprozesses steht je Gruppe (5 – 8 Schüler/innen) eine Idee, die nun zu einem funktionierenden Geschäftsmodell weiterentwickelt wird.

Insgesamt werden fünf Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten nach Interessenlage der Schüler gebildet.

Eine Gruppe ist angetreten, ein reales Unternehmen auf die Beine zu stellen:
Es handelt sich um einen Online-Versand-Shop in Kooperation mit amazon, der Artikel und Produktbewertungen für Online-Spieler anbietet („Hall of Game“)
Zwei Gruppen entwickeln Modell-Unternehmen.
1. einen Discountmarkt nach Vorbild der französischen Ecodestock-Märkte, die ausgemusterte aber nach wie vor verzehrbare Lebensmittel zu einem günstigen Preis anbieten um damit u.a. das Abfallproblem zu lösen („viridis“ oder „Supermarkt 2.0“)
2. Eine Anwendung (App) die Musiktitel je nach emotionaler Stimmung des Anwenders zusammenstellt („vibe“)
Eine Gruppe stellt Wissen zum Thema Entrepreneurship in einem Blog zusammen:
wissen-entrepreneur.blogspot.com
Zwei Schülerinnen dokumentieren das gesamte Projekt anhand von Filmmaterial und Interviews.

Anhand der Business-Model-Canvas, einer umfassenden „One-Sheet“-Darstellung von Geschäftsmodellen, werden die Ideen schließlich konkretisiert und vervollständigt.

Am 17. Juni 2013 ist der Tag der Präsentation, bei dem der Film vorgeführt wird und die Gruppen ihre Arbeiten vorstellen. Wir dürfen sehr gespannt sein und freuen uns auf die Entrepreneure von heute und morgen.

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Carsten Hokema, Andreas Fiedler und Maria Tarnogrocki