Ende Februar 2019 wurde das Jahresthema unserer Schule für den Zeitraum vom August 2019 bis Sommer 2021 festgelegt: Räume heute - Räume morgen.

Folgende Themen wurden von Gruppen aus Schüler*innen und Lehrer*innen beantragt:

Jahresthema „Räume“

Das Thema Räume betrifft uns alle! Jede und jeder von uns verbringt seine Lern- und Arbeitszeit in unserem Gebäude, in Fach- und Klassenräumen. Der Raum hat auf unser Wohlbefinden einen sehr großen Einfluss. Fühlen wir uns wohl, können wir besser und effektiver lernen und arbeiten und sind bereit, uns neuen Themen zuzuwenden. Deshalb müssen wir unseren Räumen mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen. Dazu gehören Projekte zur Verschönerung der einzelnen Räume genauso wie die Gestaltung unserer Gemeinschaftsräume wie Mensa, Flure und Toiletten.

Wir werden andere Lernorte besuchen, uns inspirieren lassen, auch von Reisen und Eindrücken anderer (z.B. des Education Innovation LABs in den USA). Außerdem werden wir Möbel tauschen, alte Möbel zu neuem Leben erwecken und auch die Nachhaltigkeit unserer Projekte im Blick haben.
In einer Gemeinschaftswoche und während des Schuljahres könnten wir alle zu diesem Thema arbeiten und den Dritten Pädagogen unserer Schule erschaffen. Ich fühle mich für das Thema verantwortlich und freue mich sehr über alle, die dieses Thema auch unterstützen und bereichern. Lasst uns zusammen eine Schule gestalten, die zeigt, dass wir uns auf den Weg gemacht haben, die Institution Schule zu erneuern.


Jahresthema „Demokratie“

Wir alle leben in einer Demokratie, sind Teil dieser oder sollten es sein. Dennoch kommt auch dieses Thema in der Schule viel zu kurz.

Was genau bedeutet Demokratie eigentlich? Was kann es bedeuten? Welche verschiedenen Arten/Formen von Demokratie gibt es? Und was ist mit sogenannten Extremist*innen, Feinden der Demokratie?
Die einen sind es schon, die anderen machen es früher oder später: 18 – und dann sollen wir erst einmal wählen und wie funktioniert das? Was will eigentlich welche Partei? Aber auch abgesehen von „der großen Politik da draußen“, in der Schule begegnen uns demokratische Verfahren. Wie können wir Schüler*innen unsere Stimme nutzen? Was sind unsere Rechte und Pflichten? Wie können wir uns für Dinge einsetzen und Sachen verändern?
Wo wir schon mal bei Schule sind, wie funktionieren (basisch) demokratische Schulen? Wie können wir mehr Demokratie in die ESBZ bringen?

Das Thema Demokratie hat viele Facetten, die man auf der MV/OV, im Unterricht oder Projekten ganz unterschiedlich beleuchten könnte. Wir hoffen, dass für jeden etwas Interessantes dabei ist, denn fest steht: Demokratie geht uns alle etwas an!


Jahresthema „Diversity: Schule der Vielfalt“

Wir schlagen ein zeitgemäßes und wichtiges Jahresthema vor, das sich mit der Vielfalt der Schüler*innen, Lehrer*innen und allen anderen Menschen an und im Umfeld unserer Schule beschäftigt. Unsere Schule sollte ein Platz für alle Menschen sein. Ungeachtet ihrer äußeren Erscheinung, Hautfarbe, Sexualität, Handicaps, psychischen Gesundheit oder Herkunft.

Gerade in Zeiten, in denen der Rechtspopulismus in unserem Land wächst ist es wichtig, ein Zeichen zu setzen und gegen Ausgrenzung einzutreten. Lasst uns die ESBZ zur „Schule der Vielfalt“ machen. Vielfalt ist etwas durchweg Positives.

Unser Anliegen ist es, die schon vorhandene und wachsende große Vielfalt an der ESBZ wertschätzend anzuerkennen und eine Schulkultur zu entwickeln, die alle am Schulleben Beteiligten in ihrer jeweiligen Einzigartigkeit willkommen heißt. Niemand sollte sich aufgrund individueller Eigenschaften ausgegrenzt, benachteiligt oder gar bedroht fühlen. Unsere Vielfalt stellt einen großen Reichtum dar, den wir uns im Schulalltag und in unseren täglichen Begegnungen miteinander noch stärker zu Nutzen machen sollten. Das entspricht auch unserem evangelischen Leitbild, in dem alle Menschen als Geschöpfe Gottes als gleichwertig und gleichberechtigt verstanden werden.

Wir können uns zu diesem Thema eine Vielzahl an Aktivitäten vorstellen. Menschen mit Botschaften stünden zu unterschiedlichsten Aspekten gesellschaftlicher Vielfalt zur Verfügung, auch zum aktivistischen Einsatz für eine vielfältige und offene Gesellschaft. Wichtig ist uns auch, der Verschiedenheit innerhalb unserer Gemeinschaft die Möglichkeit eines regelmäßigen Ausdrucks und Austauschs zu verschaffen. Dazu könnten wir uns eine Reihe von Workshops, Unterrichtsreihen und Aktionstagen mit dem Schwerpunkt Awareness vorstellen, denn erst auf Grundlage einer ausreichenden Aufgeschlossenheit kann die Schule insgesamt zu einem safer space werden, an dem sich alle trauen, ihre jeweiligen Eigenheiten offen auszuleben.


Jahresthema („Mein“) Politisches Bewusstsein

Politisches Interesse scheint in unserer, von sozialen Medien geprägter Generation, keinen hohen Stellenwert zu haben. Antisemitismus, Rassismus und Sexismus werden wieder salonfähig, den Medien „Fake News“ vorgeworfen, weltweit gewinnen die Populisten an Zulauf.

Deshalb sieht der Politikleistungskurs es für nötig an, an der ESBZ politischer Bildung mehr Raum zu geben und das Wissen jedes*jeder Schülers*in zu den Themen Rechtsstaatlichkeit, politische Vergangenheit Deutschlands und in der Rolle der Industrienationen auf der Weltbühne, zu bereichern.
Wir sollten Bewusstsein für Probleme in der deutschen Demokratie schaffen. Die Schüler*innen dieser Schule sollen sich vergegenwärtigen, dass alles was ihnen in ihrem Leben begegnet, politischer Natur ist und auch nur durch politische Prozesse verändert werden kann. Von dem ersten Streit mit den Eltern bis hin zur Wahl des Präsidenten ist jede zwischenmenschliche Handlung politisch.

Um dieses Ziel zu erreichen, fordern wir, in schon bestehenden Formaten wie dem Klassenrat, dem Globalen Lernen und dem Projektunterricht auch in der Mittelstufe politisches Interesse zu wecken, über aktuelle Ereignisse zu informieren und den Schüler*innen das Diskutieren, sowie das kritische Denken näher zu bringen.
Wir, als Leistungskurs, wollen uns in diesen Prozessen engagieren.

Um Schüler*innen Freiraum zu geben, ihren persönlichen Interessen nachzugehen, sollten politische Projekte auch in den Klassen 7 bis 10 vermehrt stattfinden.

Auch sollten außerschulische Möglichkeiten zum politischen Engagement vorgestellt und ermöglicht werden.
Aber auch Politik als eigenes Fach in der Mittelstufe anzubieten, ist ein Schritt, den man erwägen sollte.
Der Politikleistungskurs würde sich freuen, wenn Sie unser Vorhaben unterstützen würden.
Schließlich will gerade unsere Schule uns auf das Leben vorbereiten und ein politisches Bewusstsein gehört unserer Meinung nach dazu.


Jahresthema „HANDELN“

Wir glauben, dass ein Jahresthema die Möglichkeit bietet, sich als jahrgangsübergreifende Schulgemeinschaft vielseitig mit einer Thematik auseinander zu setzen und ein konkretes Bewusstsein zu schaffen.
An der ESBZ verlagert sich der allgemeine Fokus oft auf Reflexionsprozesse. Wir schlagen vor, im folgenden Schuljahr darüber hinaus und in die konkrete Anwendung zu gehen. Wir fordern zum Handeln auf.
Wir glauben, dass viele Schüler*innen schon ein Bewusstsein für gesellschaftliche Problematiken und das Bedürfnis haben, diese auch anzugehen, aber nicht wissen, wie.

Das daraus resultierende Gefühl der Hilflosigkeit sich als handlungsfähiges, irrelevantes Individuum zu verstehen, kann fatale Folgen haben, wenn ideologisch radikale Bewegungen scheinbar greifbare Veränderung anbieten.
Um diesem vorzubeugen und uns Schüler*innen zu mündigen Menschen zu machen, schlagen wir vor gemeinschaftlich, solidarisch zu handeln.

Innerhalb dieses Jahres möchten wir uns jahrgangsübergreifend mit einer in unserem direkten Umfeld vertretenen Problematik und all ihren Facetten beschäftigen und den Versuch unternehmen, konkret etwas zum Besseren zu verändern.

Wir schlagen zum Beispiel die Durchführung eines gemeinschaftlichen, ganzjährigen Projektes vor, das auch an die bisherige Arbeit mit den Global Goals anknüpft.
Wir wünschen uns, durch den Erwerb von praktischen Kompetenzen zur lokalen bis globalen Veränderung befähigt zu werden. Viele Menschen beweisen bereits täglich, dass es nicht viel braucht um viel zu verrichten. Beispielsweise:

  • die Gründung einer Kampagne, das Erstellen einer Plattform, wie z.B. die App TIMBY (https://timby.org/), die Beweismaterial wie Videos und Fotos sicher verschlüsselt und so speichert, dass sie später zu juristischen oder publizistischen Gründen abgerufen werden können und 2012 maßgeblich zur Aufdeckung von Korruption und Landraub in Liberia, Afrika, beitrug.
  • Die Aneignung juristischen Grundwissens für beispielsweise Flüchtlingsberatung (https://www.amnesty.de/2015/7/13/die-asylberatung-von-amnesty-internationa), die Asylbewerber*innen über ihre Asylverfahren informieren
  • dem Erwerb von rhetorischen und analytischen Fähigkeiten um Propaganda begegnen und entkräften zu können (Besprechung und Analyse von Reden, Wahlprogrammen, Falschmeldungen etc.)
  • die Vermittlung investigativer Recherchemethoden und detaillierte Quellenuntersuchung
  • eine Pulsarwoche, in der Nachhaltigkeitsexperten ausgebildet werden
  • eine Kooperation mit der ESBM, um dort im Rahmen des Peer-Teachings zu diesem Thema aufzuklären
  • die Zusammenarbeit mit dem Bäcker in der Wallstraße, um sich dort für wiederverwendbare To-Go-Becher einzusetzen
  • einen Sustainability-Club als Freiraum oder PV-Fach, in dem kreativ zu diesem Thema gearbeitet wird (z.B. die Herstellung von Bees-Wrap Tüchern, das Einrichten eines Fair-Teilers, etc.
  • eine Schwerpunktsetzung bei der Suche nach AiA-Projekten
  • die Entwicklung eines neuen Systems zur Mülltrennung an der Schule
  • die Organisation eines gemeinsamen Clean-Up-Tages in Berlin
  • eine papierlose Schule
  • das Drehen eines Image-Films dazu
  • ein School-Merchandise (To-Go-Becher etc. mit ESBZ-Logo)
  • mehr Gäste/Menschen mit Botschaften einladen

Diese Liste soll im Austausch erweitert werden.

Die Inhalte unseres Unterrichts sind durch Lehrpläne vorgegeben. Als Jahresthema „Handeln“ zu wählen, bietet jedoch die Chance und den Anlass, theoretisches Wissen tagtäglich immer auch in den Bezug zu konkreten gesellschaftlichen Anwendungs- und Handlungsmöglichkeiten zu stellen.
Uns ist bewusst, dass die Schule in dem Prozess politische Bildung viel, aber nicht alles leisten kann. Deshalb schlagen wir vor, dass ein bewusster Fokus auf das Aufzeigen und Vorstellen außerschulischer Projekte gelegt wird, um Engagement so zugänglicher und greifbarer zu machen.
Wir wissen auch noch nicht, wie man die Welt verändert, aber wir wollen es gemeinschaftlich herausfinden, einen Austausch, Mut und demokratisches Selbstbewusstsein schaffen.


Jahresthema Nachhaltigkeit/Zukunft

Im Unterricht Globales Lernen beschäftigen wir uns dieses Jahr mit dem Thema „Konflikte und Konfliktlösungen“. Als wir dabei besprochen haben, welche Konflikte dabei zukünftig die bedeutendste Rolle spielen werden, ist uns klar geworden, dass viele der Aspekte den Einfluss der Menschheit auf unserem Planeten beschreiben. Überfischung, Abholzung der Wälder, Ausbeutung der Ressourcen Umweltverschmutzung durch Abgase sowie Plastik sowie unser eigenes Ernährungs- und Konsumverhalten sind nur einige der Themen, die sich dabei diskutieren lassen.

Wir schlagen daher das Thema „Nachhaltigkeit“ bzw. ggf. gröber gefasst das Thema „Zukunft“ vor, da beide Themen einen großen Schwerpunkt für unser eigenes Leben bilden. Wie können wir eine Welt gestalten, in der wir auch zukünftig friedlich und im Einklang mit der Natur leben können? Welche Strategien lassen sich von Politikern, sozialen Institutionen und Privatpersonen umsetzen, um eine Zukunft zu gestalten, in der wir gerne gemeinsam leben möchten und wie können wir kreativ und lösungsorientiert mit den Herausforderungen unserer heutigen Gesellschaft umgehen?

Nachhaltigkeit bedeutet, auf sozialer, ökologischer und ökonomischer Ebene so zu handeln, dass den Bedürfnissen der heutigen Generationen entsprochen werden kann, ohne die der zukünftigen Generationen zu gefährden. Es bedeutet, sein eigenes Verhalten zu erkennen, zu reflektieren und ggf. entsprechend nachhaltiger Leitlinien anzupassen. Dies ließe sich an unserer Schule an verschiedenen Beispielen umsetzen. Zum einen könnten nachhaltige Themen verstärkt Einzug in die Fächer erhalten. Der Projektunterricht könnte einzelne Aspekte aufgreifen und im PV könnten SuS verstärkt in Projekten helfen, die sich mit dem Umwelt- und Klimaschutz beschäftigen.

Ein erstes Brainstorming mit den SuS des Geo-LK 12 hat eine ganze Reihe an kreativen Ideen ergeben, um Nachhaltigkeit auch in unserer Schulkultur zu leben.