Jahrgang 7 bis 9

Der 10. Jahrgang hat einen ähnlichen Stundenplan, allerdings sind im Projektunterricht die Fächer Gesellschaftswissenschaften, Religion und Kunst verankert. Es findet kein Unterricht in den Fächern Globales Lernen und Musik statt.

 

 

Projektunterricht

Projekte sind zentrale Elemente des Unterrichts an der ESBZ und werden fächerübergreifend zu bestimmten Themen und im Rahmen des Lernplans bis Jg. 13 konzipiert. Sie können in einer Klasse, in einem Team oder team- übergreifend stattfinden. In der Mittelstufe im Klassenverband wöchentlich an einem Projekt gearbeitet. Ab dem Schuljahr 2018/ 2019 wird in Jg. 10 der Projektunterricht eingeführt. Folgende Themen sind in den Jahrgängen 7 bis 9 gesetzt: Biodiversität, Berlinale, Identität und Gemeinschaft, Team 4: Diktatur und Demokratie. Ausführliche Informationen unter Mittelstufe / Oberstufe

Lernformat Herausforderung

Alle Jugendlichen begeben sich bewusst in völlig neue, herausfordernde Lern-Situation, außerhalb des Schutzschildes Elternhaus und Schule sowie außerhalb Berlins.

Für unsere Jugendlichen heißt Herausforderung:

... Eigenverantwortung

... Spaß

..  schwierige Aufgaben meistern

... an eigene Grenzen kommen und überwinden

.. Erfahrungen sammeln

... mit anderen Menschen und Problemen klarzukommen

... alles selber machen

... sich verbunden fühlen mit einer Gruppe und

... immer wieder von unbekannten Menschen freundlich unterstützt zu wissen.

Drei Wochen lang stellen sich alle Schüler*innen der Jahrgänge 8 bis 10 außerhalb Berlins in einer Gruppe einem Abenteuer. Mit nur 150,00 müssen Verpflegung, Fahrtkosten und Übernachtung finanziert werden. Die verbreiteste Form der Herausforderung sind Gruppen von mindestens 5 bis 6 Jugendlichen, die ca. 5 Monate vor Start ihre Herausforderung möglichst eigenständig planen. Jüngere Schüler*innen sind auch manchmal zu zweit an festen Standorten (Bauernhof, Kloster...) ohne Begleiter*in. Seit ca. zwei Jahren gibt es auch vier bis fünf schulische Angebote. Unterwegs sind die Jugendlichen entweder mit dem Fahrrad, einem Kanu oder zu Fuß. Oder sie unterstützen soziale oder ökologische Projekte, arbeiten auf dem Bauernhof, sind in Klöstern, ernten Weintrauben oder gründen eine Band.

Die Herausforderung ist das beliebteste Lernformat in der Mittelstufe und zahlreiche Geschichten sind im Laufe von 11 Jahren entstanden.

Die Jugendlichen erleben einen realen und größtmöglichen Erfahrungsraum der Selbstwirksamkeit, Verantwortung und Autonomie. Sie werden immer wieder mit Situationen konfrontiert, die sie spontan und ohne Unterstützung aus der erwachsenen Welt lösen müssen; unabhängig davon, wie viel im Vorfeld geplant wurde.

Querdenken, Veränderungsbereitschaft, geistige Flexibilität und Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Menschen – all diese Zukunftskompetenzen sind jetzt gefragt.

Das Projekt möchte Mut machen, alleine und in der Gruppe an Grenzen zu gehen, Hürden zu nehmen, Scheiterungserfahrungen auszuhalten, durchzuhalten und wieder einen neuen Anlauf zu wagen. Bei Ihrem Abenteuer haben unsere Jugendlichen natürlich auch immer wieder Freude, meistern herausfordernde Situationen und verlassen die gewohnte Komfortzone (u.a. Bett, fließendes Wasser, Waschmaschine, gekochtes bzw. permanent verfügbares Essen). Die Jugendlichen erfahren, dass sie ohne materielle Dinge (Smartphone) auch zurecht kommen, was zum Überleben notwendig ist und was sie glücklich macht.

Die Projektbeschreibung für Sommer 2019 wird bis Anfang März hier veröffentlicht.

Projekt Verantwortung:

Verantwortung für Kinder - Verantwortung für die Erde

Verantwortung für sich, Verantwortung für andere, Verantwortung in der Welt zu übernehmen, ist das zentrale Bildungsziel der Evangelischen Schule Berlin Zentrum. Wir möchten Persönlichkeiten heranbilden, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit bewusst sind (Berliner Schulgesetz, § 1) und verantwortlich handeln und somit ihre Welt als Gestalter*innen mit gestalten.

Damit die Jugendlichen in eine demokratische, friedfertige und nachhaltige Gesellschaft hineinwachsen und bei dieser mitwirken, müssen sie die Erfahrung machen, gebraucht und anerkannt zu werden. Wissen allein führt nicht automatisch zu erwünschtem Verhalten. Die Entwicklung der Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen ist wesentlich davon abhängig, welche Erfahrungen bereits Kinder und Jugendlichen in ihrer unmittelbaren Umwelt machen.

Verantwortung eigenverantwortlich tragen zu können ist eine wesentliche Kompetenz, das eigene Leben gestalten zu können und Grundlage für das Erlernen einer demokratischen Kultur. "Denn keine Gesellschaftsform ist so auf Verantwortungsübernahme durch die Individuen, die gleichberechtigten und gleichverpflichteten Bürger der Zivilgesellschaft angewiesen wie die demokratische Gesellschaft. Demokratie verpflichtet die Individuen zu verantwortlichem Handeln, und verantwortliches Handeln muss gelernt werden." (Wolfgang Edelstein: „Erziehung zu Demokratie und Verantwortung“, Einführungsvortrag zum Workshop „Demokratische Schule – Schule in der Demokratie“, Heinrich-Böll- Stiftung, Berlin, 5. Dezember 2007.)   

Im Projekt Verantwortung engagieren sich die Jugendlichen im Umfeld ihrer Schule einmal in der Woche über einen Zeitraum von zwei Schulstunden sozial, ökologisch oder politisch in einem selbst ausgewählten Projekt oder einen angeboten PV-Format.

Kriterien für die Auswahl eines geeigneten Projektes Verantwortung:

  • Die Jugendlichen übernehmen mit ihrem Handeln Verantwortung für Menschen, die Gesellschaft und/ oder ihre Umwelt.
  • PV ist ein Potenzialentfaltungsprojekt, bei dem die Jugendlichen ihre eigenen Fähigkeiten einsetzen und möglicherweise neue entdecken.
  • Der Einsatz ist sinnvoll, die Aufgaben werden überwiegend eigenständig und/ oder im Team übernommen.
  • Das Engagement ist ehrenamtlich.
  • Das Projekt findet möglichst in Schulortnähe statt, damit sie pünktlich zum 2. Block in der Schule sind und damit wir als Stadtteilschule wirksam werden.
  • Zeitumfang: wöchentlich mind. 1 ½ Zeitstunden.
  • Die Jugendlichen müssen von der Schule besucht werden können und dürfen.
  • PV findet außerhalb der eigenen (Patchwork-) Familie statt.
  • Die Jugendlichen haben vor Ort eine/n festen Ansprechpartner/in.

Freiraumkurse und Werkstätten:

für 2019/ 2020 werden im Frühjahr veröffentlicht

Lernbüro

Video über das Lernbüro von der Mittelstufenleiterin Frau Leonhard:
https://vimeo.com/59087853

„Ich kann! “ statt „Du sollst.“ ist das Motto des Lernbüros. Es umfasst die Fachbereiche: Deutsch, Mathematik, Englisch, Natur & Gesellschaft. Dazu gehört ein Pflichtprogramm an "Basics" mit aufbauenden „Bausteinen“ wie

  • Erwerb von Basiskompetenzen wie Sprach- und Lesekompetenz, Rechtschreibung, mathematisches Grundwissen
  • Arbeits-, Lern- und Kommunikationstechniken
  • Systematisches Lernen und Üben

Innere Differenzierung

Grundprinzip im Lernbüro ist die innere Differenzierung. Im Zentrum stehen das individuelle und selbstständige Lernen des Einzelnen anhand von Themengebieten, den „Bausteinen“, die sich am Curriculum orientieren. Die Arbeit im Lernbüro ermöglicht einen hohen Grad der Individualisierung der Lernprozesse. Mit der Lehrerin oder dem Lehrer besprechen die Schülerinnen und Schüler, mit welcher Art von Aufgaben und mit welchen Materialien sie sich die nächste Kompetenzstufe erarbeiten oder welche Lücken sie aus älteren Lernbausteinen schließen wollen.

Auf diese Art und Weise ist ein Lernarrangement für die in den Rahmenlehrplänen geforderte Individualisierung und Binnendifferenzierung gegeben:

  • Orientierung am individuellen Lernstand, Lerntempo
  • an Interessenschwerpunkten
  • Bearbeiten von Aufgaben mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad
  • Wahl individueller Lernwege
  • Berücksichtigung der Besonderheiten der Bildungsgänge über differenzierte Zugangsweisen
  • Bereitstellung unterschiedlicher Übungen und Zeit, um Defizite aufzuarbeiten oder Gelerntes zu sichern
  • besondere Förderung für leistungsstarke und leistungsschwache Schülerinnen und Schüler
  • Ermöglichen selbstständigen Lernens auf differenzierten Niveaus

Zertifikate

Neue Formen des Unterrichts benötigen neue Formen der Leistungsbewertung. Die Zertifikate spiegeln an unserer Schule ein pädagogisch motiviertes Leistungsverständnis wieder bei gleichzeitig hohen Leistungsanspruch in den jeweils definierten Bereichen.

Wer sich gut vorbereitet fühlt, meldet sich zum Test an. Schüler*innen sammeln während der Arbeit im Lernbüro Zertifikate, die bestätigen, welche Themen bereits erfolgreich bearbeitet wurden. Zertifikate können außer durch schriftliche Arbeiten auch durch Präsentationen, durch selbst gestaltete Mappen oder durch kleine Vorführungen erworben werden. Alle Zertifikate werden im Portfolio gesammelt. Eine weitere Form der Überprüfung sind die zentral vorgegebenen Arbeiten.

Mindestens zwei Zertifikate erhalten die Jugendlichen pro Lernformat im Wochenunterricht im Jahr (außer bei PV, halbjährlichen Kursen und einstündigen Kursen, z.B. Lesestunde. Die genaue Anzahl  und Form legt der Fachbereich fest.