Projekte sind zentrale Elemente des Unterrichts an der ESBZ und werden fächerübergreifend zu bestimmten Themen und im Rahmen der Lehrpläne von Jahrgang 7 bis 13 und auf Grundlage der 17 Nachhaltigkeitsziele entworfen. Sie können in einer Klasse, einem Kurs, einem Jahrgang, einem Team oder teamübergreifend stattfinden. Unsere Projekte ermöglichen Lernen an realen Orten, Lernen in Sinnzusammenhängen sowie ganzheitliches Lernen, d.h. sie stellen die Verbindung von Kopf, Herz und Hand her. 

Unsere Projekte 

Im Zentrum des Projektlernens stehen sowohl kooperatives als auch selbstorganisierte Lernen der Schüler*innen (SOL). Das Verfolgen und Erreichen selbstgesetzter Ziele erlaubt es den Schüler*innen, die Wirksamkeit ihrer eigenen Ideen, Vorstellungen und Pläne sowie ihres Handelns zu erfahren. Pädagogisch spricht man in diesem Zusammenhang von Selbstwirksamkeitserfahrung. Auf dem Weg, selbstbewusste und mündige Menschen zu werden, bezeichnet dies eine der wichtigsten Komponenten, vielleicht sogar die wichtigste von allen.

Mittelstufe

Projektunterricht

In der Mittelstufe (Sekundarstufe 1, Jg. 7-10) wird im Klassenverband wöchentlich an einem Projekt gearbeitet. Dafür steht jede Woche der Großteil eines ganzen Schultages zur Vefügung. Aufgrund der großen Bedeutung des Projektlernens wurde mit dem Schuljahr 2018/2019 auch in Jg. 10 der Projektunterricht eingeführt. Derzeit sind folgende Themen in den Teams 1 bis 3 (Jg. 7-9) gesetzt: "Biodiversität", "Berlinale" sowie "Identität und Gemeinschaft". Das Rahmenthema für Team 4 (Jg. 10) lautet "Diktatur und Demokratie". Die Ausgestaltung der individuellen Projektarbeiten zu diesen Themen nehmen die Schüler*innen im Austausch und in Absprache mit ihren Projektlehrer*innen selbst vor.

Herausforderung

Das 21. Jahrhundert braucht eine Vielfalt von Talenten und Persönlichkeiten. Es ist wichtig, jungen Menschen die Gelegenheit zu geben, zu entdecken und zu experimentieren – ästhetisch, sportlich, wissenschaftlich, kulturell und sozial. „Kinder brauchen immer wieder Gelegenheit, etwas zu erfahren, was unter die Haut geht, was sie berührt und begeistert“ - so der Hirnforscher Gerald Hüther. „Selbstvertrauen und Zuversicht sind Fähigkeiten, die in den Menschen wachsen müssen, nicht von außen, sondern von innen.“ An der Evangelischen Schule Berlin Zentrum leisten wir dazu einen aktiven Beitrag , indem wir Lernzeit für das „Lernen im Leben“ zur Verfügung stellen. Im Projekt „Eine Herausforderung meistern“ suchen sich alle Schüler_innen im Jahrgang 8, 9 und 10 außerhalb Berlins in einem Zeitraum von drei Wochen alleine oder in der Gruppe eine Herausforderung.

Die Herausforderung wird von den Jugendlichen selbständig mit Unterstützung eines Coachs aus dem Kollegium geplant und vorbereiten und anschließend durchgeführt (auch jahrgangsübergreifend). Viele Schüler*innen begeben sich auf Wanderschaft, unternehmen eine Rad- oder Bootstour oder helfen in landwirtschaftlichen Betrieben aus. Häufig stellen das Übernachten im Zelt sowie die selbstverantwortete Verpflegung die größten Herausforderungen dar.

Für die drei Wochen dauernde Aktivität, die außerhalb Berlins stattfinden muss, haben die Schüler*innen lediglich ein Budget von 150 Euro pro Person, das nicht überschritten werden sollte. Zudem findet die Herausforderung seit bald drei Jahren ohne Smartphone statt. In der Folge sind die Schüler*innen auf einen regen Austausch mit anderen Menschen angewiesen; entweder schon im Vorfeld der eigentlichen Herausforderung im Rahmen von Absprachen und Vereinbarungen (z.B. Kost und Logis gegen die Verrichtung kleinerer Arbeiten) oder im Laufe der Herausforderung selbst, um bspw. Unterschlupf vor einem Unwetter zu erbitten. Ein*e ausgebildete*r Jugendleiter*in begleitet die Schüler*innen auf ihrem Weg, greift aber nur bei ernsten Konflikten und bei Gefahr für Leib und Leben ein. Die Schüler*innen lernen vorausschauend, mutig und umsichtig zu planen, mit Planungsfehlern und anderen Schwierigkeiten konstruktiv umzugehen sowie innovative Lösungsstrategien zu entwickeln und diese umzusetzen. Die Jugendlichen erproben sich, kommen immer wieder an ihre Grenzen und erbringen soziale, körperliche und entwicklungspsychologische Leistungen, auf die sie stolz sein können.

Eine Broschüre zur Herausforderung 2018 und weitere Materialien finden Sie in unserem Downloadbereich.

Projekt Verantwortung (PV)

Das Projekt Verantwortung ist ein zentrales Element der Lernkultur der ESBZ. Im Projekt Verantwortung engagieren sich die Schüler*innen seit dem Schuljahr 2017/ 2018 mittwochs von 08.30 bis 10 Uhr (1. Block) im Umfeld ihrer Schule sozial, ökologisch oder politisch in einem selbst ausgewählten Projekt oder einem der angeboten PV-Formate (Klima-, Bildungsbotschafter*innen, Wohlfühlräume gestalten, Schulsanitäter*innen u.a.). In Jg. 10 findet aus schulorganisatorischen Gründen die PV-Zeit am Dienstag im 1. Block statt. Für den 10. Jahrgang bestehen als feste PV-Angebote die Möglichkeit der Mitgestaltung der Mittelstufenversammlung (MV) sowie Schülerfirmen zum Thema Nachhaltigkeit.

Pulsarwoche in Jahrgang 10

-> siehe Pulsare weiter unten

Projekt­präsentationen

Einmal im Jahr präsentieren die Schüler*innen Ergebnisse und Produkte aus ihrem Projektunterricht und anderen Formaten (z.B. im Rahmen eines Elternabends oder des Sommerfest).

Oberstufe

Alle ins Ausland (AiA)

Im Jahrgang 11 gehen alle Schüler*innen für drei Monate ins Ausland (AiA), nach Möglichkeit in ein Land ihrer Wahl, um dort Lebens- und Lernzeit in einer ihnen bis dahin eher fremden Kultur zu verbringen. Die Schüler*innen engagieren sich in dieser Zeit in einem selbst organisierten sozialen, ökologischen oder vergleichbaren nachhaltigen Projekt vor Ort. Im Vordergrund steht dabei nicht der Aufenthalt an einem möglichst attraktiven Otr im Ausland, sondern der Einsatz für andere Menschen und/oder Natur und Umwelt in einem sinnvollen Projekt.
Die Schüler*innen werden bei ihren Planungen eng von ihren jeweiligen Tutor*innen, den AiA-Koordinator*innen sowie einer Vielzahl engagierter Eltern aus der AiA-AG begleitet und unterstützt (siehe auch 08_1 Elternarbeit und Arbeitsgruppen).

Zentraler Aspekt des Projekts ist aber das selbst organisierte Konzipieren, Planen und Durchführen des etwa dreimonatigen Auslandprogramms. In dieser Hinsicht vereint AiA die Formate Herausforderung und Projekt Verantwortung (PV) aus der Mittelstufe und vertieft die entsprechenden Vorgänge altersgerecht für den 11. Jahrgang.
Die vielfältigen und spannenden Erfahrungen werden im Anschluss an den Auslandsaufenthalt im Rahmen von drei gemeinsamen Reflexionstagen aufgearbeitet und unmittelbar danach der Schulgemeinde und allen anderen Interessierten präsentiert.

Formate der neuen Oberstufe (NOS)

Seit Sommer 2013 arbeitet an der ESBZ ein Team aus Lehrer*innen, Schüler*innen und Eltern an der Konzeption einer neuen Oberstufe. In diesem Rahmen wurden einige spannende und innovative Lernformate entwickelt, die inzwischen zum festen Bestandteil unseres Oberstufencurriculums geworden sind. Weiterführende Informationen zu allen neuen Lernformaten und zur neuen Oberstufe selbst finden sich unter www.neue-oberstufe.berlin.

Pulsare - Fächerübergreifende Projektwochen

Pulsare sind mehrtägige interdisziplinäre und häufig jahrgangsübergreifende Lernangebote, die von Expert*innen vorbereitet und angeleitet werden. Neben Lehrer*innen können dies auch Schüler*innen, Eltern sowie Externe (bspw. Studierende oder Vertreter*innen von NGOs) sein.

Ausgehend von einem Thema widmen sich die Schüler*innen in Begleitung der Fachexpert*innen selbstständig und anwendungsorientiert eigenen inhaltlichen Schwerpunkten, unter Berücksichtigung auch des fächerübergreifenden Charakters des Formats. So können wichtige Inhalte der Rahmenlehrpläne aus verschiedenen Blickrichtungen erschlossen und vertieft werden. Interdisziplinär relevante Kompetenzen werden als eben solche erprobt und erfahren. Die Ergebnisse der individuellen Vertiefungen werden auf unterschiedlichste und häufig kreative Weise im Rahmen einer sogenannten Komplexitätsparty am Ende der Projektwoche den übrigen Pulsarteilnehmenden vorgestellt und anschließend im Kontext des Oberthemas gemeinsam diskutiert.

In vielen Pulsaren besteht für bestimmte Jahrgänge und einige der beteiligten Fächer die Möglichkeit der Wahrnehmung einer Klausurersatzleistung (KEL), deren Ergebnis den Schüler*innen dann als Klausurnote für das jeweilige Halbjahr im jeweiligen Fach angerechnet wird. Neben den Rahmenlehrpläne der jeweiligen Fächer findet bei der thematischen Gestaltung der Pulsare vor allem auch unser schulinternes Curriculum Berücksichtigung. Dessen Grundlage sind die sogenannten Nachhaltigkeitsziele bzw. Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen aus der Agenda 2030. Beispiele aus der Praxis der vergangenen Jahre sind u.a. die Pulsarthemen "Männlichkeit", "Exilliteratur", "Urban Gardening", "Synästhesie", "Slam Poetry", "Zirkus", "Brexit", "Musik der Zukunft", "Quantenteleportation" und "Molekularküche".

Seit dem Schuljahr 2018/19 wird das Format auch in Jahrgang 10 erprobt.

LEX - Lernexpeditionen

Die LEX (kurz für Lernexpedition) ist ein freiwilliges einwöchiges Lernformat, das aktuell zweimal jährlich in Jg. 11 und 12 bzw. einmal jährlich in Jg. 13 angeboten wird. In diesem Format haben die Lernenden die Chance, alleine oder in kleinen Lerngruppen ein Lernthema und ihren Lernprozess vollumfänglich selbstbestimmt und eigenverantwortlich zu gestalten. Die Lernenden werden durch den gesamten Prozess von ihren Tutor*innen begleitet, mit denen sie ihre Lernziele, die Dokumentation der Lerninhalte sowie die Art und Weise der Reflexion des Gelingens vereinbaren.

Lernexpeditionen haben neben der Vertiefung schulischen Wissens und Könnens auch die Erweiterung außerschulischer Kompetenzen zum Ziel. Sie können auch zur bewussten Studien- und Berufsorientierung genutzt werden. Neben dem Anspruch an eine gewisse Komplexität sind den Schüler*innen bei der Wahl ihrer Lernthemen und Lernwege keine inhaltlichen Grenzen gesetzt.

LAK - Lebens- und Arbeitskompetenzen (Workshops)

In den Jahrgängen der Oberstufe (Jahrgänge 11, 12 und 13) werden pro Schuljahr an mehreren Tagen Workshops zu Lebens- und Arbeitskompetenzen (kurz LAK oder auch LAK-Tage) angeboten. An diesen Tagen erlernen die Schüler*innen Strategien und Kompetenzen für erfolgreiches Lernen und Arbeiten im schulischen Kontext und darüber hinaus.
An der Bereitstellung eines möglichst vielfältigen Workshopangebots beteiligen sich neben den Lehrerenden an unserer Schule auch Eltern, Alumni und Externe. Es bestehen regelmäßig Angebote zu fachspezifischen Kompetenzen sowie zur Erweiterung und Festigung überfachlicher Kompetenzen wie bspw. Lernstrategien, aber auch zu Aspekten der Lebenspraxis, wichtigen Fertigkeiten sowie Werten.