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Wekstatt der Religionen

 

Als evangelische Schule ist uns Verständigung und gegenseitige Achtung der Religionen wichtig - Ziele, die ein gutes Stück Arbeit voraussetzen.  Beides wächst im Dialog, der Entdeckung von Gemeinsamkeiten, dem Bemühen Hintergrunde zu verstehen und Unterschiede zu akzeptieren. Aus diesem grund gehört regelmäßig wiederkehrende Beschäftigung mit den Weltreligionen im Projekt zu unserem Curriculum. Mit dem ersten schulweiten Projekt "Weltreligionen" haben wir uns Anfang 2009 auf den Weg gemacht.

Erste Projektphase: Begegnung

In der ersten Projektphase suchten wir vor allem die direkte Begegnung mit Vertretern von Judentum, Christentum und Islam, aber auch von Buddhismus und Hinduismus. Wir suchten uns Materialien, führten Gespräche und besuchten verschiedene Gotteshäuser. So waren wir zum Beispiel in der Ayasofya-Moschee in Berlin-Moabit. Die Moschee, die unter dem Motto: „Nur was man kennt, braucht man nicht fürchten“ für Besucher offene Türen hat, steht in der Nähe der Heilandskirche, in der das Zentrum für Interreligiösen Dialog (ZID) seine Räume hat. Kirchengemeinde und Moschee arbeiten eng zusammen, um das Zusammenleben der Religionen in Moabit zu fördern. Sie luden zum Besuch ein und antworteten gerne auf die Fragen von Schülern und Lehrern. Auch im Centrum Judaicum, einem koscheren Café, im Buddhistischen Haus und bei einer hinduistischen Gemeinschaft konnten die Schüler durch Begegnung und mit allen Sinnen lernen.

Zweite Projektphase: Das Fest

In der zweiten Projektphase konnten sich Schüler allein oder in Gruppen mit einem frei gewählten eigenen Aspekt des Themas Weltreligionen intensiv beschäftigen. Auch die Art der Präsentation war freigestellt; Bedingung war lediglich, den Beitrag bei einem gemeinsamen Fest der Religionen Mitschülern, Eltern, Mitarbeitern und Gästen zugänglich zu machen.

Zum Abschluss ist diese Dokumentation entstanden, hier einige Auszüge der Arbeitsgruppe "Feste der Religionen":

Gemeinsamkeiten vieler Feste

Wer feiert nicht gerne ein Fest? In allen Religionen wird gefeiert. Ein Fest ist ein Feiertag. Oft wird es zu Ehren von Gott gefeiert oder man erinnert sich an Heilige und Menschen, die eine wichtige Rolle in dieser Religion spielen.

Die Menschen ziehen sich festlich an und ihr ganzes Tun ist anders, eben feierlich. Bei vielen Festen kommen Menschen zusammen und essen besondere Speisen. Es gibt bestimmte Gebete, Zeremonien, Gottesdienste, Tänze oder Lieder.

Bei manchen Festen geht es um Licht, z.B. Diwali, Chanukka und Weihnachten. Licht spendet Wärme und vertreibt die Dunkelheit. Es steht als Symbol für Leben, Neubeginn und Weisheit.

Ein Fest wird zum Fest erst, wenn man es mit anderen begeht.

Deshalb wollen wir Feste kennen lernen! Wir wollen wissen, wer sie feiert,  wann man sie feiert, warum man sie feiert und wie man sie feiert.

Natalie (Klasse 4), Johanna (Klasse 8)

 

Unser Plan

Unsere Ziele waren Plakate zu machen und  Feste zu feiern. Das haben wir auch geschafft. Außerdem hatten wir die Idee, die Feste auf der Versammlung vorzustellen.

Wir waren zehn Schüler und jeder hatte etwas zu tun.

 

Was hatten wir vor?

Am Anfang hatten wir überlegt, welches Fest wir feiern wollten. Wir hatten uns entschieden das jüdische Fest CHANUKKA zu feiern. Wir hatten uns Hilfe von einem jüdischen Menschen geholt. Er hatte uns ziemlich viel erzählt.

Lisa (Klasse 7), Jule (Klasse 8)

Wie gingen wir vor?

Nach dem wir uns für das Fest Chanukka entschieden hatten, taten wir Folgendes:

 

1. Informationen im Internet und in Büchern über Chanukka

An Chanukka erinnern sich die Juden an den Sieg des Judas Makkabäus und seiner vier Brüder über die Seleukiden-Dynastie von Syrien im Jahr 165 v. Chr. Der König Antiochus IV. Epiphanes hatte den griechischen Götterkult eingeführt und die Befolgung der Thoragebote verboten. Die Juden erhoben sich zu einem Aufstand und besiegten die Syrier. Danach wurde der Tempel von unten bis oben gesäubert, gereinigt und neu geweiht.

Der neue Tempel wurde mit einem kleinen Krug Öl eingeweiht. Die kleine Menge Öl brannte acht Tage. Das ist das Lichtwunder und daran wird jedes Jahr erinnert. Der Chanukka - Leuchter hat acht Kerzen und einen „Diener“, von dieser  Flamme werden die Kerzen entzündet.

Das Fest beginnt am 25.Tag des Monats Kislew  5770. Nach unserem Kalender war das vom 11. bis 19. Dezember 2009.

Jule (Klasse 8)

 

2. Wir sammelten Ideen, besprachen und entschieden, was wir als nächstes machen wollen

Eine Idee war, uns mit der koscheren Küche zu beschäftigen und ein jüdisches Gericht zu kochen. Bei der Rezeptauswahl und bei der Zubereitung half uns Frau Grabowski. Wir aßen Kartoffelsuppe mit Kürbis.

Zutaten für 4 Personen

  • 700g Kartoffeln
  • 300g Kürbisfleisch
  • 200g Tomaten,gehäutet
  • 1 Möhre
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Liter Gemüsebrühe
  • Pfeffer,weißer aus der Mühle
  • Salz
  • 2 Lorbeerblätter
  • 50g Creme fraiche
  • 1 Hand voll Kürbiskerne
  • 2 El Öl (Kürbiskernöl)

 

Frau Konetzka lernte über das interreligiöse Zentrum Jerusalem den Keramikkünstler Chajim Grosser kennen. An einem Mittwoch besuchten wir seine Werkstatt im Prenzlauer Berg und töpferten  kleine Gefäße für Kerzen, aus denen ein Chanukkaleuchter entstehen sollte, für das Fest das wir uns ausgedacht hatten.

Kim (Klasse 6)

 

3. Das Fest Chanukka

Am 16. Dezember 2009 feierte der Kurs „Feste der Weltreligionen“ das Fest. Zu diesem Anlass durfte jeder der KursteilnehmerInnen einen  Gast seiner Wahl mitbringen. Der jüdische Töpfer Chajim Grosser unterstütze den Kurs während der Vorbereitungen und dem Fest.

Zu Beginn des Festes sangen wir gemeinsam das Lied „Maos Tzur“. Im Anschluss daran hielt Chajim eine Ansprache, die über den Ablauf des Festes informierte. Auf die Ansprache folgend, zündete er die aus eigener Herstellung stammenden Chanukka-Leuchter an. Danach äußerte jeder Schüler einen Wunsch, der sich auf sein Leben bezog. Konrad und Julius gaben danach ein fiktives Interview mit dem jüdischen Helden Jehuda Makabäus zum Besten. Daraufhin erläuterte Jule den Ursprung des Festes. Die Jugendlichen aßen noch Pfannkuchen, tranken Traubensaft und treidelten nach alter jüdischer Tradition.

Julius (Klasse 2), Tom (Klasse 1)

Fazit

Yoa und Marie haben die anderen  Kursteilnehmer befragt:                         

Wir sind uns einig das wir unser Ziel erreicht haben. Es gibt außerdem erstmal keine offenen Fragen und keine neuen Ideen. Wir haben festgestellt, dass es manchmal sehr schwierig sein kann, mit Menschen zusammenzuarbeiten.

Yoa (Klasse 8), Marie (Klasse 8)

Eine Auswahl aller Beiträge wurde mit einem Bericht als Wettbewerbsbeitrag bei der Stiftung Senfkorn eingereicht - die ESBZ hat damit den 1. Preis gewonnen.

(Externer Link zu ...www.senfkorn.net)

Die Dokumentation des Projektes können Sie Download der Datei ...hier downloaden.

Wir danken den Mitarbeitern des

Externer Link zu ...Zentrums für Interreligiösen Dialog (ZID) für die engagierte Begleitung.