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Von Ziegen und Douglas Adams - Die Projekttage des Kurses Sozialwissenschaften bei den Unternehmensberatern von E+E Consulting AG

Der repräsentative Altbau mit seiner verzierten Holztäfelung und dem mit Stuck geschmückten Räumlichkeiten sorgt für eine zugleich gemütliche als auch souveräne Atmosphäre. Diesen altertümlichen Stil kontrastieren die in klarer bunter Schrift an die Wände der Büroräume der Unternehmensberater geschriebenen Sätze. Es sind Mantras, die den Mitarbeiter_innen und Besucher_innen die Philosophie des Unternehmens sprichwörtlich vor Augen führen. An einer Wand steht "Scheitere früh und oft" an einer anderen "Stelle Kritik zurück" und "Entwickle verrückte Ideen". Die Wände schmücken zudem großformatige Fotografien von südamerikanischen Küchen und Schlafzimmern. Sie sind bunt-schrill, voller mosaikartiger Details und rostiger Stellen. Es sind Bilder, die den Unterschied zu anderen Unternehmen markieren, die ihre Räume mit Kunstdrucken schmücken. Zugleich dienen sie als Quelle der Inspiration, weil man immer wieder neue überraschende Details entdecke. Auch die Begrüßung des Vorstandes unterstreicht zunächst den unkonventionellen Anspruch des Unternehmens. Er tritt vor die Jugendlichen in Jeans und T-Shirt und fügt hinzu, dass man sich dem Kunden dann doch "hochuniformiert" präsentiere und meint damit den klassischen Anzug eines Geschäftsmannes. Dieses scheinbare Paradoxon des Äußeren löst sich in Luft auf, wenn Herr Dr. Jürgen Erbeldinger sein Geschäftsmodell erklärt. Seine Rede ist sehr gut strukturiert und auf den Punkt gebracht. Wenn auch anfänglich die Anglizismen a la "performer", ""brainwashed" oder "design thinking" für den einen oder anderen eher wie Latein klingen, so wird der Kern von Erbeldingers Aussagen in den vollen drei Tagen allen deutlich, während der die Jugendlichen in der Praxis den Sinn seines Geschäftsmodelles nacherleben können. Es geht im Wesentlichen um sechs Begriffe, die iterativ durchlaufen werden. Das Prinzip des design thinking besteht aus: Verstehen, Beobachten, Standpunkt, Idee, Prototyp, Test.

Zunächst werden die Jugendlichen dazu aufgefordert sich selbst zu beobachten, indem sie typische Stationen ihres Tagesablaufes benennen und mit Bildern untermauern. Hieran knüpfen sie sog. "bugs" und "bees". Die Käfer symbolisieren die nervigen Dinge des Alltages, die Bienen stehen für das Angenehme. Auf diese Weise entsteht der prototypische Schüler. Diese Aufgabe findet in kleinen Gruppen von vier bis fünf Personen statt und wird von den Lieblingssongs der Schüler begleitet, die aus den kleinen Musikspielgeräten, auf jedem Arbeitstisch aufgebaut, tönen. Das trägt zu einer entspannten Atmosphäre bei und lässt die Schüler offener und ungezwungener, also echter sein. Es wird nichts dem Zufall überlassen: Nach dem mittäglichen Snack bestehend aus nahrhaft belegten Baguettes wird ein Eis zum Nachtisch serviert. Es handelt sich um ein Yoghurt-Eis und seine Idee wird nun auch anhand eines schematischen Businessplans, des "Business Canvas", dargestellt. Trotz der schwerfälligen Begrifflichkeiten wie "Kundensegmente" oder "Kostenstruktur" ist sein kastenförmiger Aufbau übersichtlich und so leicht in der Anwendung. Auch hier, wie auch schon bei vorherigen Übungen, werden die Jugendlichen dazu ermutigt, ihre Ideen in bildlicher Form darzustellen. Wörter machten die Angelegenheit komplizierter als sie ist, meinen sinngemäß die Veranstalter. Es zeigt sich, dass in diesem Geschäft Dinge schnell passieren müssen. Ja, Zeit ist Geld.

Wir hören erneut einen Vortrag des Vorstandes. Im Unterschied zu gestern trägt er einen Anzug. Es ist eine Einführung in die Grundmechanismen der Wirtschaft. Es werden Ziegen gegen Brot getauscht. Und als das Problem der Inflation mithilfe der Darstellung in Douglas Adams "Per Anhalter durch die Galaxis" erklärt wird, ist die Lebenswelt der Schüler einbezogen. An diesem Tag arbeiten die Jugendlichen ihre eigenen Geschäftsideen heraus. Es ist äußerst interessant, dass alle vier Gruppen zur Grundlage Probleme ihres Schulalltages wählen. Es geht um den Vertretungsplan, die

vielen Hausaufgaben, die schweren Rucksäcke. Die Schüler beklagen im Wesentlichen Zeitmangel und Organisationsstress. Diese Probleme sollen mit Apps gelöst werden, die Organisation erleichtern, die Schüler besser vernetzen und damit die aufwändigen Dinge des Schulalltages so komprimieren, dass mehr Freizeit für Freunde, Hobbies und Entspannung gewährleistet wird. Die Präsentation ihrer Projekte ist sehr gelungen: Begleitet von sog. Persona, dem prototypischen Schüler, für den sie ihr Angebot entwickelt haben, Rollenspielen und selbst gebastelten Requisiten, sind die Vorträge lebendig und überzeugend. Sie begeistern auch Herrn Erbeldinger, der das eine oder andere Projekt auch zukünftig begleiten und mit Know-How fördern möchte. Die Aussicht auf ein erfolgreiches Projektjahr ist hervorragend.

Auch die letzen beiden Projekttage, die in der Schule stattfinden, bringen gute Ergebnisse. Die Schüler reflektieren die drei ereignisreichen Tage und verfassen Erlebnisberichte. Zudem planen und drehen sie einen Werbespot, der den "emotional trigger" ihres Geschäftsmodelles transportieren soll.

Die Energie der Jugendlichen während dieser Projektwoche ist begeisternd. Die zwar erschöpften aber sehr zufriedenen Gesichter sowohl der Schüler_innen als auch der Mitarbeiter_innen sind der beste Beweis dafür, dass die Kooperation mit E&E consultants zum Vorteil beider Parteien ist. Um es mit den Worten eines Schülers zu beenden: "VWL triggert!"