Gemeinschaftsschule - eine Schule für alle - eine Schule für morgen

"Es kommt in einer christlichen Gemeinschaft alles darauf an, dass jeder Einzelne ein unentbehrliches Glied einer Kette wird. Nur wo auch das kleinste Glied fest eingreift, ist die Kette unzerreißbar. Eine Gemeinschaft, die es zulässt, dass ungenutzte Glieder da sind, wird an diesen zugrunde gehen. Jede christliche Gemeinschaft muß wissen, dass nicht nur die Schwachen die Starken brauchen, sondern auch die Starken nicht ohne die Schwachen sein können. Die Ausschaltung der Schwachen ist der Tod der Gemeinschaft."

Dietrich Bonhoeffer

Das pädagogische Grundverständnis der Evangelischen Schule Berlin Zentrum ist die Wertschätzung der Vielfalt in der Gemeinsamkeit:  Jede zählt, Jeder ist einzigartig.

Damit wollen wir den Kindern sagen: Du zählst hier; Du bist wichtig; Auf Dich können wir nicht verzichten; Deine Fähigkeiten brauchen und auf sie vertrauen wir; Deine Möglichkeiten fördern wir;  Du kannst Dich offen zeigen; Du bist einzigartig -  und alle anderen auch.

In den Unterschieden der Kinder sehen wir eine große Chance, die wir bewusst bejahen. Der Umgang mit Diversity, eine der wichtigsten Kompetenzen im 21. Jahrhundert, Freundschaft mit dem Fremden, das Lernen des Zusammenlebens wird umso besser gelernt,  je größer die Unterschiedlichkeit ist. Die Gemeinsame Schule für alle Kinder, die Gemeinschaftsschule bis zum Ende der Sekundarstufe I, ist die Schule für das Lernen des Zusammenlebens in der Einen Welt.

Die Gemeinsame Schule für alle stellt die höchste Anforderung: nämlich, dass jedes Kind mit Anstrengung daran arbeitet, das wirklich Beste aus seinen Möglichkeiten zu machen. 

Wir freuen uns, in das Pilotprojekt Gemeinschaftsschule des Landes Berlin aufgenommen zu sein. In der Gemeinschaftsschule lernen alle Kinder in der Sek I gemeinsam, Heterogenität wird als als Bereicherung für das Lernen wertgeschätzt.

Von der Senatsverwaltung vorgegebene Grundsätze der Gemeinschaftsschule finden Sie nachfolgend:

Grundsätze der Gemeinschaftsschule

 

Die neue Schulform soll durch längeres gemeinsames Lernen zu mehr Chancengleichheit und -gerechtigkeit unabhängig von den Voraussetzungen der Kinder und Jugendlichen führen. Die Fähigkeiten und Fertigkeiten aller Schülerinnen und Schüler sollen durch individuelle Förderung besser entwickelt und gefördert werden.   Für alle Schülerinnen und Schüler soll durch selbstständiges Lernen und die Unterstützung individueller Lernwege eine höhere Leistungsentwicklung ermöglicht werden.

Durch enge Zusammenarbeit der Lehrkräfte und anderen schulischen Mitarbeiter mit Schülerinnen und Schülern, Eltern und außerschulischen Partnern soll sich die Gemeinschaftsschule als demokratischer Lern- und Lebensraum entwickeln. In der Gemeinschaftsschule ist die gegenseitige Anerkennung und Respektierung aller ein wichtiges Leitziel.

Besondere Unterrichtsbedingungen in der Sekundarstufe I
Die Sekundarstufe I gliedert sich nicht in unterschiedliche Bildungsgänge oder Niveaustufen. Unterrichtet wird im Klassenverband oder in Lerngruppen. Der Unterricht wird binnendifferenziert entsprechend den unterschiedlichen Lernvorrausetzungen durchgeführt. Über flexible Formen der Differenzierung entscheidet die Schulkonferenz selbst.

Stundenumfang und -verteilung orientieren sich an den Stundentafeln der Grund- bzw. Gesamtschule. Jahrgangsstufenübergreifender Unterricht kann anders als in den herkömmlichen Schularten auch in den Kernfächern durchgeführt werden.

Schülerinnen und Schüler können unabhängig davon innerhalb ihrer Gesamtwochenstundenzahl entsprechend ihren Interessen, Neigungen und Fähigkeiten einzelne Fächer zu Lasten anderer Fächer verstärken sowie an Lernangeboten in anderen oder neuen Fächern teilnehmen. In diesem Rahmen ist auch die Teilnahme am Unterricht in einer anderen Jahrgangsstufe möglich.

Probezeit und Versetzung
In der Gemeinschaftsschule gibt es keine Probezeit und keine „Versetzung“ in herkömmlicher Weise. Alle Schülerinnen und Schüler rücken bis Jahrgangsstufe 10 in die nächsthöhere Jahrgangsstufe auf und erhalten eine ihrer Lernentwicklung entsprechende individuelle Förderung. Auf Antrag der Schülerin oder Schülers oder ihrer Erziehungsberechtigten kann die Klassenkonferenz einer Schülerin oder einem Schüler in begründeten Einzelfällen die freiwillige Wiederholung einer Jahrgangsstufe oder spätestens am Ende des ersten Schulhalbjahres den Rücktritt in die vorherige Jahrgangsstufe gestatten. Die Entscheidung ist unter Beachtung des Lern- und Entwicklungsstandes des Kindes oder Jugendlichen zu treffen. Dazu sind individuelle Bildungs- und Erziehungsvereinbarungen mit der Schülerin oder dem Schüler und – sofern sie noch minderjährig sind – ihren Erziehungsberechtigten zu schließen. Das Überspringen einzelner Jahrgangsstufen ist grundsätzlich möglich.

Bewertung, Zeugnisse
Der Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler wird durch regelmäßige schriftliche Informationen zur Lern- und Leistungsentwicklung beurteilt und orientiert sich an der herkömmlichen Notenskala der Berliner Schule. Der erbrachte Leistungstand kann jederzeit - wenn dies wie bei einem Wechsel der Schulart oder bei einem Umzug in ein anderes Bundesland erforderlich werden sollte - auch in einem Notenzeugnis unter Hinweis auf das abschlussbezogene Anforderungsniveau dokumentiert werden.